Finnland - Ein Austauschprojekt

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Zwölf Schülerinnen und Schüler der Klasse 7 E (Alice Aerne) besuchte vom 7. bis zum 22. August das Gymnasium in Liminka im Nordwesten Finnlands (unweit der bedeutenden Stadt Oulu).

Die damalige Klasse 6 E hatte den Wunsch ausgesprochen, an einem europäischen Projekt teilnehmen zu dürfen und ging auf die Suche nach einer Kontaktschule. Das Lukio Liminka reagierte auf die Anfrage, und so besuchten im letzten Winter die Rektorin und eine Englischlehrerin unsere Schule, besprachen mögliche Programmpunkte und waren bereit, den ersten Teil in Liminka zu organisieren. Im Maj wurde dann von Brüssel grünes Licht gegeben und die Reise konnte definitiv geplant werden.

Der überaus herzliche Empfang am Flughafen in Oulu räumte die letzten Unsicherheiten aus und zwei hochinteressante Wochen in einer für uns 'Bergler' ungewohnten topfebenen Landschaft begannen. Wir hatten Helsinki während ein paar Stunden beschnuppert und eigentlich noch keine grossen Unterschiede zu einer mitteleuropäischen Stadt feststellen können. Jetzt waren wir aber im dicht bewaldeten Norden und ein Gefühl der Orientierungslosigkeit konnte nicht vermieden werden:

es gab keine geographischen Erhebungen, nach denen man sich ausrichten konnte. In den folgenden Tagen besuchten wir gemeinsam

- eine Landwirtschaftliche Ausstellung á la OLMA in Oulu, einer Stadt mit etwa 115 000 Einwohnern an der Küste nördlich von Liminka,

- ein Vogelreservat an der nahen Meeresküste, wo viele Zugvögel im Herbst und im Frühjahr einen Zwischenhalt machen, und deshalb sehr gut beobachtet werden können,

- wir fuhren zum Polarkreis in Rovaniemi, quer durch unendliche Wälder, vorbei an Seen und Flüssen und vor allem vielen Streusiedlungen, wo wir auch zum ersten Mal in Finnland wieder höhere Hügel sahen und sogar einen Sessellift! Wir besuchten da auch den Weihnachtsmann und ein modernes Museum mit Ausstellungsgegenständen aus dem Lappland (dem Land der ‘Samen’, wie sie eigentlich genannt werden wollen) und der Wikinger,

- wir wurden auf die Insel Hailuoto (etwas grösser als Liechtenstein) gebracht, wo wir ein Forschungsschiff der Universität Oulu für eine kurze Seefahrt benützen konnten. Auch hörten wir etwas über die Gewinnung der Energie mit modernen Windmühlen,

- wir besuchten eine ländliche Primarschule mit dem Waldlehrpfad, die bedeutende Kunstschule Liminkas und eine Hauswirtschaftsschule,

- wir besichtigten zwei kleine lokale Museen, eines über den bekannten Maler Vilho Lampi, der in dieser Gegend einige seiner besten Gemälde malte, und jenes des international anerkannten Opernsängers Aappola. Beide lebten hier.

- dann gab es aber vor allem die Projektarbeit, die aus dem Besuch von Industriebetrieben und Farmen sowie aus Interviews bestand, die anschliessend auf Englisch notiert und mit Fotos illustriert werden mussten. Dies geschah in Kleingruppen zusammen mit den finnischen Schülerinnen und Schülern.

- ein weiterer gemeinsamer Besuch galt noch dem Kraftwerk der Stadt Oulu, das Torf verbrennt und die Stadt mit Wärme und Elektrizität versorgt, und schliesslich

- schauten wir auch die Universität der Stadt an, die sehr modern und vielseitig ausgebaut und auch nichtfinnischen Studenten zugänglich ist.

Dies waren die 'offiziellen' Aktivitäten, dazu gab es aber das finnische Familienleben und verschiedene Abendanlässe zu geniessen, und - selbstverständlich - fehlte nicht die unverfälschte finnische Sauna mit dem Sprung in ein Flüsschen oder einen See!

Es war eine ausgesprochen interessante, abwechslungsreiche und lehrreiche Reise, und jetzt wird es an uns sein, den Gegenbesuch, der nach den Herbstferien, vom 17. bis 24. Oktober, stattfinden wird, gut vorzubereiten, damit auch unsere finnischen Freundinnen und Freunde einen guten Einblick in unsere Lebens- und Arbeitsweise erhalten.

Hier noch ein paar Eindrücke, die 7 E spontan vor, während oder nach dem Rückflug aufnotierte:

"Ich war von der Landschaft, den Menschen mit ihrer einfachen Art und Gastfreundschaft fasziniert. . . Ich kann nur sagen, dass der Finnland-Austausch ein voller Erfolg war und ich mich schon auf das nächste Treffen freue!"

"Santa CIaus, Rentier, Sauna, Handy, Moomin werden wir schon recht schnell vermissen... das war einfach wahnsinnig Spitze aber viel zu kurz!!"*

"In diesen zwei Wochen haben wir Finnland nicht nur gesehen - wir haben Finnland gelebt!" "Ich habe viel erlebt, ge!ernt, und es hat Spass gemacht... und ich habe jetzt Freunde in Finnland!"

"Dieser Austausch war etwas ganz Besonderes. 'Unsere' Finnen sind uns ans Herz gewachsen.
"F un - I nterest'ng - N ature - L uschtig - A fach wunderbar - N ice guys - D ie Moomis und Rentiere"

Und zum Schluss ein Gedicht:

"Von Anfang war uns schon klar,
Finnland ist einfach wunderbar.
Es zu erleben, es zu sehn,
vielleicht könnt ihr das nicht verstehn.
Manchmal dachten wir, oh nein!
so kalt kann's doch auch in Finnland nicht sein!
Doch die Sauna gab uns warm,
na ja, vielleicht war’s auch der Nebenmann!
Ziemlich rund kommen wir jetzt heim,
denn das Essen war auch recht fein.
Doch nun daheim sind wir voll Glück
und denken gern an Finnland zurück.

Herzlichen Dank an die anonymen Zeugen und Dichter! Es gilt unser Dank auch den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern beider Schulen für ihre Offenheit und ihre Beiträge zum guten Gelingen des ersten Teiles!


© Thomas Batliner